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Jahresabschluss 2026 für die GmbH: der Zeitplan ab Oktober

Steuernaut-Redaktion · 2. Oktober 2026 · fristen

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Stand: 2. Oktober 2026

Im vierten Quartal 2026 laufen bei einer GmbH zwei Jahresabschlüsse gleichzeitig. Der Abschluss 2025 muss bei einer kleinen GmbH bis zum 30. November 2026 festgestellt und bis zum 31. Dezember 2026 offengelegt sein. Für den Jahresabschluss 2026 beginnt die Arbeit schon am 1. Oktober, weil die Inventur ab diesem Tag vorgezogen werden darf. Aufgestellt sein muss er bis zum 31. März 2027, bei kleinen Gesellschaften bis zum 30. Juni 2027. Dieser Zeitplan rechnet beide Jahre mit Kalenderdaten durch. Er gilt für GmbH und UG, deren Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht.

Welche Fristen gelten für den Jahresabschluss 2026?

Für das Geschäftsjahr 2026 mit Stichtag 31. Dezember 2026 gibt es fünf Fristen: Inventur, Aufstellung, Steuererklärungen, Feststellung und Offenlegung. Drei davon hängen an der Größenklasse oder daran, ob ein Steuerberater beauftragt ist.

SchrittGesetzliche FristDatum für 2026Norm
Inventur an einem abweichenden Tagdrei Monate vor bis zwei Monate nach dem Stichtag01.10.2026 bis 28.02.2027§ 241 Abs. 3 HGB
Aufstellungdrei Monate31.03.2027§ 264 Abs. 1 HGB
Aufstellung, kleine GmbHsechs Monate30.06.2027§ 264 Abs. 1 Satz 4 HGB
Steuererklärungen und E-Bilanz ohne Beratersieben Monate02.08.2027§ 149 Abs. 2 AO
Feststellungacht Monate31.08.2027§ 42a Abs. 2 GmbHG
Feststellung, kleine GmbHelf Monate30.11.2027§ 42a Abs. 2 GmbHG
Offenlegungzwölf Monate31.12.2027§ 325 Abs. 1a HGB
Steuererklärungen mit BeraterEnde Februar des übernächsten Jahres29.02.2028§ 149 Abs. 3 AO

Der 31. Juli 2027 ist ein Samstag. Fällt das Ende einer steuerlichen Frist auf ein Wochenende, endet sie am nächsten Werktag (§ 108 Abs. 3 AO), deshalb steht in der Tabelle der 2. August 2027.

Klein ist eine GmbH, wenn sie zwei dieser Merkmale nicht überschreitet: 7,5 Millionen Euro Bilanzsumme, 15 Millionen Euro Umsatz und 50 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt (§ 267 Abs. 1 HGB). Die Einstufung wechselt erst, wenn die Werte an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen über- oder unterschritten sind (§ 267 Abs. 4 HGB). Die Sechsmonatsfrist für die Aufstellung ist an eine Bedingung geknüpft: Das Gesetz erlaubt sie nur, wenn die spätere Aufstellung „einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht". Die Feststellungsfrist kann der Gesellschaftsvertrag nicht verlängern (§ 42a Abs. 2 Satz 2 GmbHG).

Was ist vom Jahresabschluss 2025 noch offen?

Anfang Oktober 2026 stehen für das Geschäftsjahr 2025 bei einer kleinen GmbH noch zwei Termine aus: der Feststellungsbeschluss bis zum 30. November und die Offenlegung bis zum 31. Dezember. Die Aufstellung hätte spätestens am 30. Juni 2026 fertig sein müssen.

Schritt für 2025DatumStatus am 2. Oktober 2026
Aufstellung (kleine GmbH)30.06.2026abgelaufen
Steuererklärungen und E-Bilanz ohne Berater31.07.2026abgelaufen
Feststellung (mittelgroße und große GmbH)31.08.2026abgelaufen
Feststellung (kleine GmbH)30.11.2026offen
Offenlegung31.12.2026offen
Steuererklärungen mit Berater01.03.2027offen

Der 28. Februar 2027 ist ein Sonntag, die Beraterfrist endet deshalb am Montag, dem 1. März 2027. Die verlängerten Abgabefristen der Vorjahre gelten nicht mehr: Die Übergangsregelung endete mit dem Besteuerungszeitraum 2024 (Art. 97 § 36 EGAO).

Die Reihenfolge lässt sich nicht umdrehen. Offengelegt wird der festgestellte Jahresabschluss (§ 325 Abs. 1 HGB), also braucht es zuerst den Beschluss der Gesellschafter. Die Einladung zur Gesellschafterversammlung muss mindestens eine Woche vorher verschickt sein (§ 51 Abs. 1 GmbHG), dein Gesellschaftsvertrag kann eine längere Frist vorsehen. Rückwärts gerechnet heißt das: Einladung bis Mitte November, Beschluss bis zum 30. November, Übermittlung im Dezember. Bist du alleiniger Gesellschafter, fasst du den Beschluss selbst und musst unverzüglich danach eine Niederschrift aufnehmen und unterschreiben (§ 48 Abs. 3 GmbHG).

Hast du die Steuererklärungen 2025 ohne Berater noch nicht abgegeben, ist die Frist seit dem 31. Juli 2026 abgelaufen. Das Finanzamt kann dann einen Verspätungszuschlag festsetzen (§ 152 Abs. 1 AO). Pflicht wird er, wenn die Erklärung nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Kalenderjahres eingeht, für 2025 also nicht bis Ende Februar 2027 (§ 152 Abs. 2 AO). Ausgenommen sind unter anderem Fälle, in denen die Steuer auf null festgesetzt wird oder die Vorauszahlungen die festgesetzte Steuer decken (§ 152 Abs. 3 AO). Der Zuschlag beträgt je angefangenem Monat 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer nach Abzug der Vorauszahlungen, mindestens 25 Euro (§ 152 Abs. 5 AO). Wie die Erklärung aufgebaut ist, steht in der Anleitung zur Körperschaftsteuererklärung der GmbH.

Was passiert, wenn die Offenlegung am 31. Dezember nicht geschafft ist?

Dann leitet das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeldverfahren ein. Es beginnt mit einer Androhung, die eine Nachfrist von sechs Wochen setzt, und mit dieser Androhung werden dir bereits die Kosten des Verfahrens auferlegt (§ 335 Abs. 3 HGB). Wer innerhalb der sechs Wochen offenlegt, zahlt die Verfahrenskosten, aber kein Ordnungsgeld.

Läuft auch die Nachfrist ab, wird das Ordnungsgeld festgesetzt. Es beträgt mindestens 2.500 und höchstens 25.000 Euro (§ 335 Abs. 1 HGB). Holst du die Offenlegung nach Ablauf der sechs Wochen nach, setzt das Bundesamt den Betrag herab: auf 1.000 Euro bei einer kleinen Kapitalgesellschaft und auf 500 Euro bei einer Kleinstkapitalgesellschaft, die ihre Bilanz hinterlegt (§ 335 Abs. 4 HGB).

Der Umfang der Offenlegung hängt ebenfalls an der Größe. Kleine Gesellschaften übermitteln Bilanz und Anhang, die Gewinn- und Verlustrechnung bleibt intern (§ 326 Abs. 1 HGB). Kleinstkapitalgesellschaften reichen nur die Bilanz ein und können statt der Veröffentlichung die dauerhafte Hinterlegung verlangen (§ 326 Abs. 2 HGB). Kleinst ist, wer zwei dieser Merkmale nicht überschreitet: 450.000 Euro Bilanzsumme, 900.000 Euro Umsatz und zehn Arbeitnehmer (§ 267a HGB). Eingereicht wird elektronisch bei der Stelle, die das Unternehmensregister führt. Den Ablauf im Einzelnen beschreibt der Beitrag zur Offenlegung und zum Ordnungsgeld.

Der Zeitplan Monat für Monat

Die Tabelle legt beide Geschäftsjahre nebeneinander. Die Daten gelten für eine kleine GmbH, die ihre Steuererklärungen selbst abgibt. Abweichungen stehen in Klammern.

ZeitraumAbschluss 2025Abschluss 2026
Oktober 2026Abschluss den Gesellschaftern vorlegen, Versammlung terminierenInventurfenster offen seit 01.10., Buchhaltung bis September abstimmen
November 2026Feststellung und Ergebnisverwendung bis 30.11.Jahresergebnis hochrechnen, Steuerrückstellung schätzen
Dezember 2026Offenlegung bis 31.12.Inventur zum Stichtag 31.12., Kasse zählen, Bankkonten abstimmen
Januar und Februar 2027mit Berater: Steuererklärungen bis 01.03.Abgrenzungen und Rückstellungen buchen, nachverlegte Inventur bis 28.02.
März 2027Aufstellung bis 31.03. (mittelgroße und große GmbH)
Juni 2027Aufstellung bis 30.06.
Juli 2027E-Bilanz und Steuererklärungen bis 02.08.
November 2027Feststellung bis 30.11. (mittelgroß und groß: 31.08.)
Dezember 2027Offenlegung bis 31.12.

In dasselbe Quartal fallen zwei Vorauszahlungen für das laufende Jahr: die Gewerbesteuer am 15. November (§ 19 Abs. 1 GewStG) und die Körperschaftsteuer am 10. Dezember (§ 31 Abs. 1 KStG in Verbindung mit § 37 Abs. 1 EStG). Die Termine des ganzen Jahres stehen auf den Fristenseiten zur Körperschaftsteuer-Vorauszahlung und zur Gewerbesteuer-Vorauszahlung.

Was lässt sich im vierten Quartal für den Abschluss 2026 vorbereiten?

Drei Arbeiten lassen sich vor dem Stichtag erledigen: die Inventur, die Abstimmung der laufenden Buchhaltung und die Schätzung der Steuerrückstellung. Was davon im Herbst fertig ist, fehlt im Frühjahr nicht in der Aufstellungsfrist.

Die Inventur muss nicht am 31. Dezember stattfinden. Das Gesetz verlangt ein Inventar für den Schluss jedes Geschäftsjahres (§ 240 Abs. 2 HGB), lässt aber zu, den Bestand an einem Tag innerhalb der letzten drei Monate vor oder der ersten zwei Monate nach dem Stichtag aufzunehmen. Bedingung ist, dass du den Bestand von diesem Tag auf den 31. Dezember fortschreibst oder zurückrechnest (§ 241 Abs. 3 HGB). Für 2026 ist das jeder Tag zwischen dem 1. Oktober 2026 und dem 28. Februar 2027. Auch eine Dienstleistungs-GmbH ohne Lager braucht ein Inventar, denn es umfasst neben Waren auch Forderungen, Schulden, Bargeld und die übrigen Vermögensgegenstände (§ 240 Abs. 1 HGB).

Die Buchhaltung entscheidet, wie lange die Aufstellung dauert. Sind die Monate Januar bis September im Oktober abgestimmt, besteht der Abschluss im Frühjahr aus Abschlussbuchungen und nicht aus Aufarbeitung. Eine Vorlage für die monatliche Abstimmung findest du in der Monatsabschluss-Checkliste, die Schritte der Aufstellung in der Anleitung Jahresabschluss der GmbH selbst machen.

Die Steuerrückstellung ist meist die größte Schätzposition im Abschluss einer kleinen GmbH. Aus dem hochgerechneten Jahresergebnis ergibt sich die voraussichtliche Steuer, und davon gehen die geleisteten Vorauszahlungen ab. Den ersten Wert liefern der Körperschaftsteuer-Rechner und der Gewerbesteuer-Rechner, für das Anlagevermögen hilft der Abschreibungsrechner.

Die Bilanz bildet den Stand am Stichtag ab. Was erst im Januar geliefert, geleistet oder vereinbart wird, gehört ins Geschäftsjahr 2027.

Kann ich den Jahresabschluss 2026 selbst erstellen?

Ja. Das Gesetz verpflichtet die Geschäftsführer zur Aufstellung (§ 264 Abs. 1 HGB) und schreibt keinen Steuerberater vor. Für den Zeitplan hat die Entscheidung eine Folge: Ohne Berater endet die Frist für die Steuererklärungen 2026 am 2. August 2027, mit Berater erst am 29. Februar 2028.

Zur Steuererklärung gehört die E-Bilanz. Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung gehen als amtlich vorgeschriebener Datensatz elektronisch an das Finanzamt (§ 5b Abs. 1 EStG), ebenso die Körperschaftsteuererklärung (§ 31 Abs. 1a KStG). Wie die Übermittlung abläuft, zeigt die Anleitung E-Bilanz selbst erstellen.

Ob sich die eigene Erstellung trägt, hängt vom Umfang der Buchhaltung ab. Eine GmbH mit wenigen Geschäftsvorfällen und ohne Sonderfälle wie Beteiligungen oder Pensionszusagen kommt mit den Fristen dieser Übersicht aus. Ist dein Abschluss prüfungspflichtig oder hat die Gesellschaft ein abweichendes Wirtschaftsjahr, verschieben sich Abläufe und Daten, und dieser Zeitplan passt nicht mehr.

Dieser Beitrag gibt die gesetzlichen Fristen mit Stand 2. Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

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